23. März 2012 17:52 Uhr
Hormone in Gewässern führen dazu, dass Frösche ihr Sexualverhalten ändern.
Zu diesem Ergebnis kommen deutsche Forscher, die das Balzverhalten südafrikanischer Krallenfrösche beobachtet haben. Demnach stößt der Frosch normalerweise auf Brautschau Klicklaute aus und lockt damit die Weibchen an. Wenn sich allerdings im Wasser Rückstände der Anti-Babypille befanden, verschwand der Klicklaut aus den Rufen der Tiere. Außerdem wurden die Balzrufe der Männchen weniger.
Das führte wiederum dazu, dass die Froschweibchen sich nicht mehr angesprochen fühlten und die Paarung verweigerten. - Ursache des Ganzen ist nach Meinung der Wissenschaftler der Hauptwirkstoff der Pille, das Östrogen Ethinylestradiol. Es gelangt über Urinausscheidungen ins Abwasser und auch in unsere Gewässer.
Die Studie wurde in "PLoS ONE" veröffentlicht und ist der erste Nachweis dafür, dass umweltrelevante östrogene Stoffe das Verhalten von Amphibien beeinflussen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)