26. März 2012 08:51 Uhr
"Beim physischen Mobbing gibt es einen Schutzraum, wenn der Schüler zu Hause ist. Wenn Mobbing im Netz stattfindet, endet das nie." So erklärt der Psychologe Torsten Prosch von der Universität Münster, warum Cybermobbing häufig als besonders schlimm empfunden wird. Prosch, der ein Trainings- und Präventionsprogramm für Klassen entwickelt hat, meint: Im Internet ließen sich die gleichen Rollen erkennen, wie wenn jemand auf dem Schulhof gemobbt werde - Täter, Opfer, Wegschauer, ratlose Akteure und Anstachler. Hier trete aber schneller ein Kontrollverlust ein. Inhalte ließen sich nicht mehr einfangen. Das werde von den Tätern unterschätzt.
Für ein Trainingsprogramm gegen Cybermobbing gibt es laut dem Psychologen in Schulen einen großen Bedarf. Die Schüler bewegten sich nämlich in einem Bereich, der vielen Lehrern nur schemenhaft vertraut sei. Sein Programm ziele auf Schüler der Klassen fünf bis acht. Cybermobbing erreiche erst genau nach diesen Altersgruppen seinen Höhepunkt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)