26. März 2012 14:27 Uhr

Wissenschaftler erforschen Vorgang des Vergessens im Gehirn

Was passiert beim Vergessen im Gehirn? Dieser Frage sind Forscher der Universität Bern nachgegangen. Im Fachmagazin "Nature Neuroscience" schreiben sie, dass Astrozyten, sogenannte Sternzellen, womöglich eine entscheidende Rolle spielen. Die Zellen greifen demnach in die Chemie des Gehirns ein. Wie die Wissenschaftler erklären, werden Informationen über Kontaktstellen von einer Nervenzelle zur nächsten weitergegeben. Diese Verbindung könne geschwächt werden, wenn eine nachgeschaltete Zelle der vorgeschalteten Zelle mitteile, weniger Signale zu senden. Dazu sondere sie eine Substanz ab, die von den Astrozyten wahrgenommen und übermittelt werde. Den Astrozyten könnte also eine zentrale Rolle in dem Mechanismus zukommen, der für das Vergessen von Informationen zuständig sei.

Die Forscher erhoffen sich aus ihren Erkenntnissen neue Möglichkeiten etwa für die Behandlung von Schmerzpatienten. Die Idee: Durch ein gezieltes Aktivieren von Astrozyten könnten Synapsen abgeschwächt werden, die Schmerzreize verarbeiten. Da die Astrozyten auf cannabisähnliche Stoffe reagierten, könne das auch erklären, warum Cannabis in manchen Fällen erfolgreiche als Schmerzmittel eingesetzt werde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)