27. März 2012 07:24 Uhr

Gehirn erinnert sich an Antidepressiva

Wer früher schon einmal Antidepressiva genommen hat, dem könnte künftig ein Placebo genügen. Das legt eine Studie der University of California in Los Angeles nahe. Patienten mit schweren Depressionen haben oft mehrere Phasen in ihrem Leben, in denen sie mit Medikamenten behandelt werden.

Im Versuch kam nun heraus, dass sich das Gehirn möglicherweise an frühere Episoden erinnert. Es zeigte nach der Einnahme eines Placebos eine ähnlich gedämpfte Reaktion, wie sie die echten Medikamente hervorrufen. Bei Probanden, die nie zuvor Antidepressiva genommen hatten, funktionierten die Ersatz-Pillen nicht. Für die Forscher sieht das nach einer klassischen Konditionierung aus; sie halten aber auch andere Erklärungen für denkbar.

Die Studie ist nachzulesen in der Fachzeitschrift "European Neuropsychopharmacology".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)