27. März 2012 15:52 Uhr
Nicht immer können wir bei Entscheidungen sicher sein, dass unsere Sinne auch alle wichtigen Daten erfasst haben. Man spricht von subjektiven Entscheidungsprozessen, wenn wir zum Beispiel nicht genau erkennen können, was passiert ist, und doch handeln müssen. Neurobiologen der Universität Tübingen haben jetzt bei Versuchen mit Rhesusaffen festgestellt, dass Nervenzellen im Bereich des Stirnhirns solche Ja/Nein-Entscheidungen auslösen.
Die Affen sollten auf Lichtreflexe reagieren, die mitunter so schwach waren, dass die Tiere nicht wussten, ob sie tatsächlich etwas gesehen hatten. Die Hirnzellen wurden in jedem Fall aktiviert - egal ob die Affen auf die Reflexe reagierten oder nicht.
Das alles funktioniert allerdings nur bei gesunden Gehirnen. Bei Menschen mit Schizophrenie kann es zu schweren Fehlinterpretationen kommen. Die Ergebnisse der Studie sollen den Neurobiologen deshalb helfen, krankhafte Veränderungen des vorderen Stirnhirns besser zu verstehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)