29. März 2012 15:21 Uhr

Studie belegt negativen Effekt von Betreuungsgeld

Über das geplante Betreuungsgeld ist in Deutschland schon viel gestritten worden. Eine vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit veröffentlichte Studie unterstützt jetzt die Gegner: Demnach senken finanzielle Anreize, Kinder ausschließlich zu Hause zu versorgen, die Frauenerwerbsquote. Die Wissenschaftler untersuchten auf Grundlage von Befragungen die Situation in Thüringen. Das Land hatte das von Kritikern als "Herdprämie" bezeichnete Betreuungsgeld schon 2006 eingeführt. Eltern bekommen dort 150 bis 300 Euro, wenn ihre zweijährigen Kinder keine Kindergärten besuchen.

Nach Angaben der Forscher bleiben seit der Einführung 20 Prozent mehr Kinder zu Hause. Vor allem Mütter mit geringer Berufsqualifikation und niedrigem Einkommen nähmen das Angebot in Anspruch. Die Wissenschaftler meinen, gerade ihre Kinder könnten aber von Fördermöglichkeiten in öffentlichen Einrichtungen profitieren. Deshalb müsse die bundesweite Einführung des Betreuungsgeldes erneut überprüft werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)