29. März 2012 16:51 Uhr
Die Zuwanderungsstädte in Nordeuropa und den USA funktionieren ähnlich wie die Slums in armen Ländern der Welt. Zu dieser Erkenntnis kommt der Migrationsforscher Doug Saunders. Wie die Deutschlandfunk-Sendung "Studiozeit" berichtet, hat der Kanadier die moderne Völkerwanderung auf der ganzen Welt untersucht. Er findet Gemeinsamkeiten: Die wirtschaftliche Entwicklung verlaufe in den Slums von Mumbai so wie in den Vororten von Toronto oder Los Angeles. Saunders hatte die Migranten zum Beispiel gefragt, wie sie ihr Geld verdienen und ob sie es zurück in die Heimat schicken.
Für Deutschland erkennt der Wissenschaftler Handlungsbedarf: Obwohl die Politik in den vergangenen Jahren reagiert habe, seien Versäumnisse von Jahrzehnten aufzuholen. Das führe dazu, dass sich viele Migranten immer noch ausgegrenzt fühlten - und ein Leben führten, das "eine Karikatur des Lebens in der Heimat" sei. Ein Beispiel dafür sei die Zwangsheirat.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)