29. März 2012 17:51 Uhr

Mediziner kritisiert britische Hoden-Kampagne

Eine gutgemeinte Laune, die nichts bringt. Das meint der britische Mediziner Keith Hopcroft zu einer Werbekampagne, mit der männliche Briten dazu aufgefordert werden, regelmäßig ihre Hoden abzutasten. Damit sollen sie selbst dazu beitragen, Anzeichen für Krebs möglichst früh zu erkennen.

Hopcroft schreibt in einem Kommentar für das "British Medical Journal", es gebe keinerlei Beweise dafür, dass die Selbstuntersuchung einen Vorteil bringe. Die Wahrscheinlichkeit, so auf Anzeichen für Krebsgeschwüre zu stoßen, sei winzig. Mindestens 50.000 Männer müssten zehn Jahre lang regelmäßig ihre Hoden abtasten, um einen einzigen Todesfall zu vermeiden.

Für die Kampagne hatten unter anderem der Popstar Robbie Williams und das Rugby-Team Leicester Tigers geworben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)