29. März 2012 17:52 Uhr
Für Kriminelle ist Facebook ein relativ ungefährliches Terrain. Das lässt der Ausgang eines Gerichtsverfahrens in Baden-Württemberg vermuten. Dort hatte die Justiz versucht, den Facebook-Account eines Verdächtigen zu beschlagnahmen - vergeblich. Der Richter erlebte mit seiner Anfrage eine wahre Odyssee: Facebook Deutschland verwies ihn an die europäische Konzernzentrale in Irland; die sagten ab, weil die Daten in den USA gespeichert seien, wo europäische Behörden keinen Zugriff hätten.
Der Richter stellt fest: Bei den meisten anderen Providern sei es für die Justiz kein Problem, an die Daten von Angeklagten zu kommen. Er appellierte an die Politik, etwas in der Sache zu unternehmen. Facebook hatte zuvor betont, mit Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten. Nach Einschätzung von Fachleuten hätte der Prozess Vorbild für Entscheidungen in der Zukunft sein können, wenn er anders ausgegangen wäre.
Der Angeklagte muss übrigens trotzdem in den Jugendarrest: Er hatte seinem Komplizen auch offline Tipps für einen Wohnungseinbruch gegeben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)