30. März 2012 07:54 Uhr

Sozialwissenschaftler kritisieren kostenlose Broschüren aus der Finanzwelt im Unterricht

Machen Unternehmen verdeckte Werbung in deutschen Klassenzimmern? Diese Frage wird schon länger diskutiert, wenn es um Broschüren zu Themen wie Finanzen oder Versicherungen geht, die Lehrer kostenlos im Unterricht verwenden dürfen. Auch kommen Vertreter der Branchen gerne in die Schulen. Der Sozialwissenschaftler Rheinhold Hedtke warnt nun in der Zeitung "taz", die Taktik dieser Leute sei viel gefährlicher als plumpe Werbung. Sie vermittelten den Kindern und Jugendlichen den Eindruck, da sprächen Experten. So könnten sie die Hemmschwelle senken, Versicherungen abzuschließen oder Wertpapiere zu kaufen.

Sozialwissenschaftler der Universität Bielefeld hatten laut der "taz" vor kurzem gewarnt: Die Materialien der Branchenvertreter seien nicht selten tendenziös und förderten oft einseitige unternehmernahe Weltbilder. Auch die Verbraucherzentralen beobachteten zum Teil fehlende Ausgewogenheit.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)