30. März 2012 09:58 Uhr
Gerd Overbeck, ehemaliger Medizin-Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, ist kein besonders gläubiger Mensch. Und doch hat er sich mit Menschen auseinandergesetzt, die behaupten, die Wundmale Jesu Christi zu tragen, ja er erkennt die Stigmata sogar an. Overbeck sagte dem "Süddeutsche Zeitung Magazin", die Betroffenen fügten sich die Wunden selbst zu, allerdings in Trance. So könnten sie sich nachher nicht mehr erinnern, wie die Male entstanden seien. Es bestehe eine völlige Amnesie. Auch dass die Stigmata später, zum Beispiel am Karfreitag, ohne körperliche Einwirkung wieder zu bluten beginnen, hält Overbeck für glaubwürdig. Das müsse man sich vorstellen wie beim autogenen Training. Auch da könne man durch entsprechende Übungen die Durchblutung verändern.
Overbeck betreute zusammen mit einem Jesuitenpater über mehrere Jahrzehnte hinweg Patienten, die unter religiösem Wahn litten und Stigmata trugen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)