1. April 2012 13:12 Uhr

Menschenrechtler kritisieren Stalin-Porträt auf russischen Schulheften

In Russland hat das Porträt des früheren Diktators Josef Stalin auf Schulheften Empörung hervorgerufen. Die Ausgaben wurden als Teil der Heftedition "Große Namen Russlands" verkauft. Neben Stalin sind auch die Zarin Katharina, die Große, und der Komponist Sergej Rachmaninow zu sehen. Ein Menschenrechtsbeauftragter der Regierung sagte, die Schule sei kein Ort für politische Propaganda. Stalin sei ein Krimineller gewesen, der Millionen seiner Landsleute vernichtet habe. Die Sprecherin einer Menschenrechtsorganisation bezeichnete die Hefte als "Schändung der Geschichte" und als Beleidung der Opfer Stalins. Ein Verlagssprecher verteidigte die Veröffentlichung: Stalin sei nun einmal Teil der Landesgeschichte.

Historiker und Bürgerrechtler beklagen eine zunehmende Verharmlosung der Zeit der Unterdrückung durch Stalin. Er führte drei Jahrzehnte lang die Sowjetunion und schickte Millionen Menschen in Arbeitslager und damit in den Tod.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)