2. April 2012 11:33 Uhr

Meeresforscher vergleichen alte Daten mit neuen

Die Ozeane erwärmen sich schon viel länger als bislang angenommen. Meeresforscher der University of California in San Diego haben mit einem neuen Verfahren den Temperaturanstieg in den oberen Wasserschichten untersucht. Dabei zogen sie alte Daten eines Forschungsschiffs heran, das in den 1870er Jahren Wasserproben genommen hatte. Die damals gemessenen Temperaturen verglichen sie mit Proben aus einem Projekt, das seit dem Jahr 2000 regelmäßig Daten aus den Weltmeeren liefert. Im Fachmagazin "Nature Climate Change" schreiben sie, man müsse für die Ozeanerwärmung ganz neue Maßstäbe anlegen - man dürfe nicht nur die Veränderungen der letzten 50 Jahre in Betracht ziehen, sondern müsse in Zeiträumen von mindestens 100 Jahren denken. Die Daten zeigten auch, dass der Temperaturanstieg zwischen den 1870ern und heute zweimal so groß gewesen sei wie in den letzten 50 Jahren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Ozeane seit 1960 etwa 90 Prozent der zusätzlichen Wärme speichern, die auf der Erde durch den Klimawandel entsteht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)