3. April 2012 06:25 Uhr

Mädchenmord in Emden: Presserat mahnt zu zurückhaltenden Berichten über Verdächtige

Im Internet hatte es sogar einen Aufruf zur Lynchjustiz gegeben. Falsche Verdächtigungen im Fall eines Mädchenmordes in Emden beschäftigen jetzt auch den Deutschen Presserat. Die Sprecherin des Selbstkontrollgremiums, Ursula Ernst, forderte von den Medien Zurückhaltung. Sie sagte der "Frankfurter Rundschau", es dürfe keinen Wettbewerb mit dem Internet geben, wenn es um die Unterbietung ethischer Maßstäbe gehe. Vorverurteilungen müssten vermieden, Tatverdächtige anonymisiert werden.

Im Emdener Fall war Kritik laut geworden, weil Ermittler und Boulevard-Medien einen Verdächtigen zu stark in die Öffentlichkeit gestellt hatten. Er erwies sich später als unschuldig.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)