3. April 2012 06:52 Uhr
Die Stadt galt schon früher als unzugänglich. Auch derzeit ist Timbuktu eher ein gefährliches Pflaster - die historische Wüstenstadt in Mali wurde am Wochenende von Tuareg-Rebellen eingenommen, und gestern übernahm offenbar eine islamistische Gruppe die Kontrolle. Nun hat sich die UNESCO eingeschaltet und kritisiert, Kämpfer hätten die Weltkulturerbe-Stätten in Timbuktu betreten und Schüsse abgegeben. Die Generaldirektorin Irina Bokova forderte, die Konfliktparteien müssten sich an die Welterbe-Konvention halten und das Gelände schützen. Timbuktu sei essentiell, um die Identität der Malier zu bewahren.
Die Stadt liegt am Rand der Sahara und war im 15. und 16. Jahrhundert ein Zentrum des Karawanen-Handels. In der Bibliothek lagern zahlreiche Handschriften von wichtigen islamischen Gelehrten aus dieser Zeit. Auch die Lehm-Moscheen zählen zum Weltkulturerbe.
Timbuktu schürte in Europa lange Zeit Mythen von goldenen Dächern. 1853 gelang es dem ersten Deutschen, in die Stadt zu reisen. Heinrich Barths Reiseberichte waren die Grundlage für die spätere Forschung. Im 17. Jahrhundert begann der Niedergang der Wüstenstadt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)