3. April 2012 08:00 Uhr
Wer heute ein Kind zur Welt bringt, muss mehr Zeit mitbringen als noch vor 50 Jahren. Denn Frauen liegen heute länger in den Wehen als früher. Das haben Forscher im Auftrag der US-Gesundheitsbehörde herausgefunden. Sie verglichen 40.000 Geburten aus den 1960er Jahren mit 100.000 aktuellen Geburten. Allein die erste Wehenphase dauere heute 2,6 Stunden länger als früher, so die Wissenschaftler. Grund dafür sei, dass Ärzte vor 50 Jahren früher eingegriffen hätten, um das Baby mit Zange oder Saugglocke zu holen. Außerdem seien Mütter im Schnitt heute älter - und ältere Mütter brauchten länger. Diesem Argument will Franz Kainer nicht ganz folgen. Der Arzt an der Frauenklinik der Universität München sagte der "Süddeutschen Zeitung", es könnte auch sein, dass ältere Frauen den Beginn der Wehen früher spürten, weil sie genauer auf ihren Körper achteten. Für die zweite Wehenphase gebe er seinen amerikanischen Kollegen aber recht. Sie dauere in der Tat länger, weil man heute die Gesundheit von Babys besser überwachen könne. Solange es ihnen gut gehe, werde nicht in den Geburtsprozess eingegriffen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)