3. April 2012 11:34 Uhr
Auch Hunde verlieren irgendwann die Selbstbeherrschung. Bislang gingen Forscher davon aus, dass das nur Menschen passieren kann. Doch Psychologen der Universität von Lille in Frankreich konnten das nun auch mit Hunden zeigen. Sie trainierten mehreren Tieren an, für zehn Minuten still zu sitzen - also sich selbst zu beherrschen. Danach wurden die Tiere in einen Raum geführt, in dem sich ein weiterer agressiver Hund in einem Käfig befand. Die trainierten Hunde suchten die Nähe dieses Artgenossen viel stärker, als Tiere einer Kontrollgruppe, die vorher nichts hatten tun müssen.
Die Wissenschaftler schreiben, die Hunde in der ersten Gruppe hätten dem Impuls nicht widerstehen können, sich zu einem Artgenossen zu gesellen, auch wenn das für sie potenziell gefährlich sei. Das liege daran, dass ihr Vorrat an Selbstbeherrschung durch das Stillsitzen aufgebraucht worden sei.
Psychologen wissen schon länger, dass Kinder beispielsweise ungeduldiger und impulsiver handeln, wenn sie sich lange Zeit beherrschen mussten, um den Verlockungen einer Süßigkeit zu widerstehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)