4. April 2012 08:28 Uhr
Eine neue Studie sieht glaubhafte Beweise für Misshandlungen und Menschenrechtsverletzungen in der Region Darfur. Für die Untersuchung hatten Gerichtsmediziner der US-Universitäten Harvard und Cambridge die Akten von 325 nicht-arabisch-sprechenden Zivilisten ausgewertet, die von 2004 bis 2006 eine Klinik in Darfur aufgesucht hatten. Von den Ergebnissen berichten die Forscher im Fachmagazin "PLoS Medicine". Demnach haben 292 Patienten berichtet, dass sie von Regierungstruppen oder bewaffneten Milizen, den Janjaweed, angegriffen worden sind. Die Hälfte der Patienten habe berichtet, sie seien geschlagen worden.
Den Wissenschaftlern zufolge sind die Patientenakten sehr detailliert gewesen. Sie hätten gezeigt, dass die Verletzungen in allen Fällen übereinstimmen mit den berichteten mutmaßlichen Misshandlungen.
Der Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur dauert seit fast neun Jahren an. Nach UNO-Angaben wurden seitdem bis zu 300.000 Menschen getötet, mehr als zweieinhalb Millionen Menschen flüchteten. Rebellengruppen der schwarzafrikanischen Volksgruppen werfen der sudanesischen Regierung vor, die Region zu marginalisieren und die Bevölkerung zu unterdrücken. Die sudanesische Regierung bekämpft die Rebellen und wird dabei von arabischen Milizen unterstützt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)