4. April 2012 10:33 Uhr
Auch Empathie hat ihre Grenzen. Wie US-Forscher im Fachmagazin "Psychological Science" schreiben, endet das Mitgefühl, wenn "die Anderen" politisch sehr abweichende Ansichten haben. Wie zum Beispiel überzeugte Republikaner gegenüber Demokraten in den USA.
Für die Studie wurden zwei Gruppen von Testpersonen befragt. Eine Gruppe wartete im kalten Winter an einer Bushaltestelle, die andere Gruppe saß warm in der benachbarten Bibliothek. Dann bekamen alle Probanden eine kurze Geschichte über einen Wanderer erzählt, der sich im Winter verirrt. Auch dessen politische Orientierung wurde erwähnt: als linker Demokrat oder als republikanischer Befürworter.
Dann sollten die Leser einschätzen, wie hungrig, durstig oder frierend sich der Wanderer wohl fühlte. Es zeigte sich: Testpersonen mit derselben politischen Weltsicht wie der Wanderer schätzten ihn ebenso kalt ein wie sich selbst - die Menschen an der Bushaltestelle als sehr frierend und die in der Bibliothek als nicht so frierend. Doch wenn Testpersonen eine politisch andere Ansicht vertraten, dann projizierten sie ihr Gefühl überraschenderweise nicht auf den Wanderer und schätzten seine Temperatur immer gleich ein - egal wo sie sich selbst befanden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)