4. April 2012 15:21 Uhr
Durch die globale Erwärmung hat sich die Baumgrenze in der arktischen Tundra nach Norden verschoben. Pflanzen können nun in Regionen überleben, wo es früher zu kalt war. Die stärkere Vegetation könnte den Klimawandel beschleunigen. Dieser These sind Forscher des meteorologischen Instituts in Finnland nachgegangen. Sie stellten fest, dass die Vegetation in Norwegen dichter ist als in Finnland. Ein Grund dafür seien die vielen Rentiere in Finnland, die Pflanzen fressen und zertrampeln. Die starke Vegetation in Norwegen bewirke, dass Schnee dort früher schmelze als in Finnland.
Die Schnee-Schmelze wiederum habe Einfluss auf die Albedo. Albedo bezeichnet ein Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen. Schnee hat eine höhere Albedo als Boden, weil Schnee hell ist und viel Sonnenlicht ins All zurück reflektiert. Schnee-freier Boden ist dunkler und absorbiert viel Licht.
Die Forscher schließen aus ihren Beobachtungen: Wenn die Vegetation reduziert wird, verzögert das die Schnee-Schmelze. Da Schnee mehr Sonnenlicht ins All zurückwirft, könnte so die globale Erwärmung verlangsamt werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)