5. April 2012 06:22 Uhr

Äthiopische Hyänen gehen in menschlicher Fastenzeit mehr auf die Jagd

Die Fastenzeit ist für Christen auf der ganzen Welt in ein paar Tagen vorbei. Und auch für Hyänen in Äthiopien wird das Leben dann wieder leichter: Wie ein Forscherteam aus dem Land im Fachmagazin "Journal of Animal Ecology" berichtet, müssen die Hyänen wegen der menschlichen Fasten-Tradition in der Zeit vor Ostern häufiger auf die Jagd gehen. Die Wissenschafler der Universität in Mek'ele schreiben, normalerweise fänden die Raubtiere in den Mülleimern dicht besiedelter Gebiete viele Fleisch-Reste. In der Fastenzeit gebe es die aber kaum, weil fast alle Mitglieder der orthodoxen Tewahedo-Kirche dann auf Fleisch und Milchprodukte verzichteten.

Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher den Kot von Tüpfelhyänen. In den gut 50 Tagen vor Ostern entdeckten sie in mehr als 33 Prozent der Proben Eselhaare - in der Zeit davor nur in knapp 15 Prozent. Die Jagd auf Esel sei für die Tiere also vermutlich die einfachste Alternative zu tierischen Abfällen.

DOI: 10.1111/j.1365-2656.2012.01977.x

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)