5. April 2012 07:27 Uhr
"Bisher haben wir erst die Oberfläche angekratzt." So beschreibt Mark Daly vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge die neuesten Forschungsergebnisse zum Autismus. Er und weitere Kollegen berichten im Fachmagazin "Nature" von den genetischen Ursachen der Krankheit. Die seien nämlich weit komplexer als bisher angenommen. Es gebe nicht nur einige wenige auslösende Gene. Stattdessen wirkten viele kleine Veränderungen im Erbgut eines Kindes zusammen und verursachten so die Entwicklungsstörung. Den Wissenschaftlern zufolge werden die meisten dieser Mutationen nicht über Generationen vererbt, sondern entstehen erst in den Spermien und Eizellen der Eltern oder noch später im Genom des Kindes.
Die Forscher nennen das Punktmutationen. So gebe es nicht den einen Autismus, sondern zahlreiche ganz unterschiedliche Autismusformen und -ursachen. Das hätten die drei neue Studien gezeigt.
Für die aktuellen Studien wurden rund 600 autistische Kinder und ihre Familienangehörigen untersucht.
Der jeweilige Link zur Studie 1, Studie 2 und Studie 3 im Fachmagazin "Nature".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)