5. April 2012 10:09 Uhr

China: Ai Weiwei muss die Webcams in seinem Haus wieder ausschalten

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wird nicht müde, Missstände anzuprangern. Vor zwei Tagen hat er Webcams installiert. Er will mit der Aktion die permanente Überwachung, der er seit Monaten ausgesetzt ist, ad absurdum führen. Wie Ai der Nachrichtenagentur AFP sagte, hat er knapp zwei Tage nach Inbetriebnahme aber telefonisch eine "deutliche Anweisung" erhalten, die vier Kameras wieder abzuschalten. Einen Grund hätten die Behörden ihm nicht genannt.

Ai Weiwei war vor genau einem Jahr festgenommen und drei Monate lang ohne Anklage an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Seither wird er in seinem Haus in Peking rund um die Uhr beobachtet. Seinen Angaben zufolge sind 15 Kameras auf ihn gerichtet. Auch sein Telefon und seine Computerverbindungen würden überwacht. Die von ihm zusätzlich eingerichteten Webcams waren über seinem Bett und seinem Schreibtisch installiert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)