5. April 2012 11:53 Uhr
Die Luftverschmutzung von Industrienationen trägt eine Mitschuld an Dürren in der Sahelzone und besonders heftigen Wirbelstürmen über dem Atlantik. Das haben britische Forscher mit Hilfe von Klimamodellen festgestellt. Im Fachmagazin "Nature" schreiben sie, Rauch, Feinstaub und andere Schwebstoffe beeinflussten die Meerestemperaturen im Nordatlantik und damit das Klima der umliegenden Kontinente stärker als bisher angenommen. Die mehrjährigen Klimaschwankungen des Nordatlantiks habe man bisher für ein natürliches Phänomen gehalten. Doch die neuen Berechnungen zeigten etwas anderes: Zwei Drittel der Temperaturschwankungen zwischen 1860 und 2005 seien durch vom Menschen verschuldete Abgase verursacht wurden.
Den Wissenschaftlern zufolge transportieren die Winde Schwebstoffe aus den Industrieregionen Nordamerikas auf den Nordatlantik hinaus. Dort mischen sie sich mit den verschmutzten Luftmassen aus Europa, bevor sie von Passatwinden nach Süden und Westen verteilt werden. Zusätzlich trügen auch Vulkanausbrüche zum wechselnden Schwebstoffgehalt der Atmosphäre bei.
Die Temperaturschwankungen des Nordatlantiks spielen eine wichtige Rolle für das Klima der benachbarten Regionen: Sie beeinflussen unter anderem das Sommerklima in Europa, die Häufigkeit der Niederschläge in der Sahelzone sowie die Häufigkeit und Intensität von Wirbelstürmen über dem Atlantik.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)