8. April 2012 18:10 Uhr
Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es in Ost und West noch immer unterschiedliche Familienmodelle.
Das sagte die Soziologin Michaela Kreyenfeld vom Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung der Nachrichtenagentur dpa. In Ostdeutschland gebe es auch in jüngeren Generationen mehr Vollzeit-arbeitende Mütter, außerdem werde wie früher seltener geheiratet. Damit gleiche Ostdeutschland in der Familienstruktur eher den skandinavischen Ländern.
Der Soziologin zufolge kommen im Osten Deutschlands etwa 60 Prozent der Kinder unehelich zur Welt, im Westen 25 Prozent. Vollzeit arbeiteten im Osten die Hälfte der Mütter, im Westen ein Fünftel. Grund für die Unterschiede ist der Wissenschaftlerin zufolge, dass die Einstellungen der Eltern an die jüngeren Generationen weitergegeben wurden. Auch gebe es im Osten eine bessere Kinderbetreuung und ein zweites Einkommen sei wegen niedrigerer Löhne wichtiger als im Westen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)