10. April 2012 14:53 Uhr

Nord-Chile: Neue Erkentnisse über tektonische Prozesse

In Chile macht ein Knick offensichtlich einen Unterschied. Denn Chile wird zwar häufig von Erdbeben heimgesucht, aber der Norden des Landes bleibt oft verschont. Seit über 130 Jahren gab es dort kein Mega-Beben mit folgendem Tsunami mehr. Ein internationales Forscherteam kommt jetzt zu dem Schluss, dass möglicherweise ein bisher unbekannter Knick in der pazifischen Nazca-Erdplatte der Grund dafür ist.

Vor der Küste Chiles schiebt sich die Nazca-Platt unter die kontinentale Südamerikanische Platte. Untersuchungen auf dem Kontinent hatten ergeben, dass dort die versinkende Nazca-Platte mit einem Winkel von circa 22 Grad ins Erdinnere abtaucht. Allerdings gibt es jetzt neue Daten, die vor der Küste gemacht worden. Die Auswertung zeigte: Dort taucht die Platte mit einem Winkel von nur 10 Grad ab. Erst in 20 Kilometern Tiefe knicke sie abrupt zu dem 22 Grad-Winkel ab. Die Forscher vermuten, dass der Knick der Platte als Barriere für die Ausdehnung des Bebens wirkte. Dadurch wären nur die tieferen Regionen betroffen und so würden auch keine Tsunamis ausgelöst. Entwarnung könne man für Nord-Chile trotzdem nicht geben. Besonders schwere Beben könnten die Hemmschwelle des Plattenknicks überwinden.

Die Studie ist inder Fachzeitschrift "Nature Geoscience" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)