11. April 2012 06:29 Uhr
"Eine Überdosis Sparen macht alles nur schlimmer." Dieser Meinung ist der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, der auch Chefökonom der Weltbank war. In der "Süddeutschen Zeitung" warnt der US-Amerikaner Europas Regierungschefs davor, die Krisenstaaten zu noch größeren Sparmaßnahmen zu drängen. Demokratien könnten nur ein begrenztes Maß an Einschnitten vertragen, ohne dafür Erfolge zu sehen. Der harte Sparkurs in vielen Ländern verstärke den Abschwung, Europa drohe deshalb die zweite Rezession in kurzer Zeit. Weltweit gebe es kein Beispiel dafür, dass Kürzungen von Löhnen, Renten und Sozialleistungen ein krankes Land genesen ließen.
Laut Stiglitz braucht der Euro-Raum eine gemeinsame Haushaltsbehörde, die regionale Unterschiede in der Wirtschaftskraft ausgleichen kann.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)