11. April 2012 08:34 Uhr
Es ist das Muster der Moderne, die Risiken der Technik durch noch mehr Technik beherrschen zu wollen. Dieser Meinung ist der Katastrophenforscher Martin Voss. Der Wissenschaftler der Freien Universität Berlin glaubt nicht, dass die Menschen aus dem Untergang der Titanic vor hundert Jahren etwas gelernt haben. Statt das eigene Weltbild und den Technikglauben in Frage zu stellen, würden Menschen bessere Schiffe und höhere Deiche bauen. Voss zufolge hängt das Schicksal nicht nur von der Technik ab, sondern auch vom Umgang mit ihr. Wenn wir wüssten, dass ein Schiff untergehen könne, würden wir uns vorsichtiger verhalten, als wenn wir glaubten, es sei unsinkbar.
Der Luxusliner Titanic galt damals als unsinkbar. Bei seiner Jungfernfahrt im April 1912 rammte das Schiff einen Eisberg und sank innerhalb von drei Stunden. Als Hauptursache galt mangelnde Vorsicht und hohe Geschwindigkeit.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)