11. April 2012 13:25 Uhr

Soziologe Hartmann: Wirtschaftswissenschaften müssen sich erneuern

Die Wirtschaftswissenschaft in Deutschland leidet unter Realitätsferne. Das sagte der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann im Deutschlandradio Kultur. Danach arbeite die Wirtschaftswissenschaft mit Modellen die bereits von der Wirklichkeit widerlegt seien. Als Beispiel nannte er den "homo oeconomicus", also die Vorstellung, nach der der Mensch seine Entscheidungen einzig unter dem Gesichtspunkt der Nutzenmaximierung trifft. Dieses Modell vernachlässige den "Herdentrieb", doch der sei regelmäßig unter anderem im Börsenhandel zu beobachten.

Hartmann kritisierte weiter, dass es junge Nachwuchswissenschaftler besonders schwer hätten, wenn sie eine abweichende Meinung vertreten würden.

Eine Gruppe von Professoren, darunter auch der Soziologe Hartmann, hatten in einem Memorandum die Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften gefordert.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)