13. April 2012 13:59 Uhr

Anthropologen: Nachnamen geben Aufschluss über Gesellschaftsstruktur

Die Geschichte Chinas lässt sich noch heute an den Nachnamen der Menschen ablesen. Zu diesem Ergebnis kommen Anthropologen der Universität Peking und der nationalen Wissenschaftsakademie. Sie hatten die Häufigkeit chinesischer Nachnamen mit der historischen und aktuellen Bevölkerungsstruktur des Landes verglichen. Dabei konnten sie auf Daten aus 4.000 Jahren zurückgreifen.

Sie machten sich eine Besonderheit Chinas zunutze: Laut Statistik tragen dort 85 Prozent der Menschen einen der hundert häufigsten Nachnamen. Die meisten heißen Li, Wang oder Zhang. Weil der Nachname immer vom Vater an die Nachkommen weitergegeben wird, betrachteten sie ihn als eine Art Marker der Familiengeschichte.

Die Wissenschaftler fanden die größten Unterschiede zwischen den Nachnamen bei Menschen, die am mittleren und unteren Flusslauf des Jangtse leben. Sie führen das auf die frühe Völkerwanderung in China zurück: Denn vor mehr als 2.000 Jahren seien die Menschen aus allen Himmelsrichtungen an den Fluss gezogen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)