16. April 2012 06:26 Uhr
Heute vor 90 Jahren, also am 16. April 1922, schlossen Deutschland und Russland den Vertrag von Rapallo.
Die Gesandten beider Länder treffen sich in Genua beim Weltwirtschaftsgipfel. Dort scheitern die Deutschen in den Verhandlungen über Reparationszahlungen für den verlorenen Ersten Weltkrieg. Um einen Erfolg vorweisen zu können, verständigen sich Reichskanzler Joseph Wirth und Außenminister Walter Rathenau mit Sowjetrussland, dessen Delegation zum ersten Mal seit der Oktoberrevolution zu einem internationalen Treffen geladen ist.
Sie einigen sich in Rapallo, einem Seebad bei Genua, auf ein Defensivbündnis. Darin verzichten beide Staaten auf alle gegenseitigen finanziellen Forderungen und beschließen die sofortige Aufnahme diplomatischer Beziehungen sowie eine wirtschaftliche Annäherung. Damit wird die kommunistische Regierung Sowjetrusslands zum ersten Mal offiziell anerkannt.
Die Westmächte fühlen sich durch das Bündnis übergangen und auch in Deutschland ist es unpopulär: Rathenau wird öffentlich beschimpft und später von Rechtsradikalen erschossen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)