16. April 2012 07:26 Uhr

Spruchreif: Schiller über Ratlosigkeit

Unser Zitat des Tages kommt heute knapp daher: "Was tun?" Diesen Titel gab Lenin seinem Hauptwerk von 1902, in dem er seine Theorie der 'Avantgarde des Proletariats' erörtert. Doch er war nicht der Erste, der den knappen Ausspruch verwendet hat. "Was tun?, spricht Zeus" heißt es in Schillers Gedicht 'Die Teilung der Erde' von 1795.

Bei der Aufteilung der Erde unter den Menschen droht der Dichter schon leer auszugehen, als Zeus ihm folgendes Angebot macht: "Die Welt ist weggegeben,/ Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein./ Willst du in meinem Himmel mit mir leben,/ Sooft du kommst, er soll dir offen sein."

Das Zitat wird scherzhaft in Situationen der Ratlosigkeit gebraucht. In der Umgangssprache wird es häufig auch erweitert. Dann heißt es: "Was tun, spricht Zeus, die Götter sind besoffen."

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)