16. April 2012 08:00 Uhr
In einem offenen Brief hatten kürzlich mehrere Schriftsteller gefordert: Bei der Londoner Buchmesse sollten auch unabhängige chinesische Schriftsteller zu Wort kommen. Unterschrieben hatten unter anderem die deutsche Nobelpreisträgerin Herta Mülller und der Autor Liao Yiwu. Sie kritisieren, dass die Buchmesse ausschließlich mit der chinesischen Zensurbehörde zusammenarbeitet.
In der "Tageszeitung" äußert sich jetzt auch der chinesische Dichter Bei Ling dazu. Er versteht sich als "Anwalt der Literatur" und fordert, dass die Stimmen der inhaftierten oder ins Exil getriebenen Autoren gehört werden müssten. Ihre Texte seien Untergrundliteratur, die geprägt sei von gemeinsamen Erfahrungen und einer besonderen Ästhetik.
Bei Ling lebt in den USA und Taiwan. Er ist einer der Gründer des chinesischen Ablegers des Schriftstellerverbands PEN.
Die Londonder Buchmesse beginnt übermorgen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)