17. April 2012 12:30 Uhr
Geht es nach diesen Ergebnissen, dann müsste die klassische Bewerbung mit Foto und Lebenslauf ausgedient haben. Denn ist eine Bewerbung anonym - ohne Namen, ohne Geschlecht und ohne Geburtsort - dann haben die Bewerber gleiche Chancen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler aus Bonn und Frankfurt (Oder). Sie haben ein Pilotprojekt ausgewertet, bei dem sich Bewerber anonym bei fünf Unternehmen und drei Behörden bewerben konnten. Am Ende wurden rund 250 Stellen besetzt. Mehr als 8.500 Menschen hatten sich beworben.
Nach Ansicht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kam das anonymisierte Bewerbungsverfahren vor allem jungen Frauen zugute. Sie seien sonst benachteiligt, weil Arbeitgeber sie wegen einer möglichen Schwangerschaft oft nicht einstellten. Auch für Bewerber mit ausländischen Wurzeln stiegen demnach die Chancen, wenn ihre Unterlagen keine Hinweise auf ihre Herkunft gaben.
Mehrere Unternehmen und Behörden wollen nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle auch nach dem Pilotprojekt die anonymisierten Berwerbungen beibehalten. Außerdem seien weitere Projekte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geplant.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)