17. April 2012 14:28 Uhr

Evolutionäre Medizin: "Schmerzmittel wirken Mechanismen des Körpers entgegen"

"Wenn mein Sohn sich beim Fußball den Knöchel verstaucht, bestehe ich darauf, dass er weder Eis noch Schmerzmittel braucht." Das sagt der US-amerikanische Kinderarzt Paul Turke im Interview mit dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Turke ist Anhänger einer Strömung, die sich evolutionäre oder darwinistische Medizin nennt. Seiner Ansicht nach ist der Schmerz und die Schwellung nach einer Verletzung, etwa beim Fußball, eine Antwort des Körpers, die sich über Jahrtausende entwickelt hat. Sie soll demnach bei der Heilung helfen. Als weitere Beispiele führt Turke Fieber an, das ein hervorragend entwickelter Mechanismus sei - trotzdem verabreichten viele Ärzte ihren Patienten Fiebersenker.

Ziel der Medizin sollte seiner Meinung nach nicht sein, dass man sich sofort besser fühle, das sei kurzsichtig. Anhänger der Strömung kämpfen seit Jahren für eine Aufnahme in die Grundlagenvorlesungen in der Medizin - bisher ohne Erfolg.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)