19. April 2012 06:56 Uhr

Stammzelltherapie: US-Forscher machen aus Bindegewebszellen von Mäusen Herzmuskelzellen

Man kann nicht nur Computer umprogrammieren. US-Forscher haben in lebenden Mäusen Herzzellen umprogrammiert - aus Bindegewebszellen wurden schlagende Herzmuskelzellen. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" berichten, sind die neuen Zellen voll funktionsfähig. Auf diese Weise habe sich der Schaden eines Herzinfarktes bei Versuchstieren innerhalb von drei Monaten teilweise beheben lassen.

Den Forschern zufolge sind für die Umprogrammierung drei sogenannte Transkriptionsfaktoren nötig. Das sind Eiweiße, die auf Erbgutebene die Aktivität von Genen steuern. Um die Erbinformation über diese Eiweiße an die richtige Stelle zu liefern, griffen die Forscher zu Viren, die das Erbgut enthielten. Die Wissenschaftler spritzen die Viren direkt in den Herzmuskel der erwachsenen Mäuse. Die Viren bauten das Erbgut für die Transkriptionsfaktoren dann in die Bindegewebszellen ein.

Die Wissenschaftler schreiben, erwachsenes Herzgewebe mit körpereigenen Zellen wiederherzustellen, sei ein vielversprechender Ansatz, um Herzkrankheiten zu behandeln.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)