19. April 2012 09:30 Uhr
Kann es schlecht sein, sich für eine gute Sache einzusetzen? Eine US-amerikanische Lobbygruppe zum Beispiel will mit ihrer Internet- und Videoaktion "Kony2012" auf den ugandischen Kriegsverbrecher Joseph Kony aufmerksam machen. Und George Clooney lässt sich im Sudan ablichten und kritisiert die Vertreibung des Nuba-Volkes im Norden des Landes. #
Die "Zeit"-Autorin Andrea Böhm kritisiert das: Nicht alle Zusammenhänge würden richtig dargestellt, es gehe mehr um "gut" und "böse" als um tatsächliche Fakten. Die Kämpfe zwischen verfeindeten Volksgruppen im Südsudan etwa forderten viel mehr Opfer als die Vertreibung der Nuba im Nordsudan.
Die Autorin fordert: Statt mit vereinfachten Hilfe-Aufrufen auf Emotionalität zu zielen, sollte es zunächst um sachliche Dinge gehen. Entscheidend sei etwa, welche Außenpolitik das eigene Land in Entwicklungsländern verfolge, weil auch das maßgeblich zur Situation dort beitrage.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)