19. April 2012 10:04 Uhr

Forscher transplantieren Sehsinneszellen in die Netzhaut

Plötzlich konnten die Mäuse wieder sehen. US-amerikanische und britische Forscher hatten nachtblinden Versuchstieren fremde Sehsinneszellen in die Netzhaut transplantiert.

Sehsinneszellen sind zum einen die Stäbchen für das Schwarz-Weiß-Sehen, zum anderen die Zapfen für das Farben-Sehen. Den nachtblinden Mäusen fehlten die Stäbchen. Die Forscher implantierten ihnen Vorläuferzellen von neugeborenen Mäusen, die sich später zu Stäbchen entwickelten. Das funktionierte: Nach der Transplantation hatten die Empfänger sowohl funktionsfähige Zapfen als auch Stäbchen.

Zwar sei das Sehvermögen der Tiere nicht so gut wie das gesunder Mäuse, es habe sich aber im Vergleich zu vorher stark verbessert.

Ähnliche Versuche mit Tieren waren bisher gescheitert. Dass die Forscher jetzt Erfolg hatten, könnte ihrer Meinung nach daran liegen, dass sie das 20- bis 30-fache der Zellen implantierten als bisher üblich.

Die Studie ist in der Zeitschrift "Nature" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)