19. April 2012 14:06 Uhr

Inzestuöse Barsche: Weibchen bevorzugen zur Fortplanzung nahe Verwandte

Im Tierreich hat eher der Größte und Stärkste bei der Suche nach einer geeigneten Partnerin die besten Karten. Weibliche Prachtbarsche sind da offenbar eine Ausnahme.

Sie bevorzugen Bonner Forschern zufolge ihre Geschwister zur Paarung, auch wenn diese deutlich schmächtiger sind als andere Bewerber. In einer Fachzeitschrift ("Proceedings of the Royal Society B") berichten die Wissenschaftler von ihren neuesten Untersuchungen. Sie zeigten: Die Männchen bevorzugten im Durchschnitt große Partnerinnen. Hier gebe es einen klaren Selektionsvorteil, weil große Weibchen mehr Eier produzierten. Die Weibchen dagegen ließen sich laut den Forschern im Zweifel nicht von Körpergröße, sondern von einem nahen Verwandten verführen, wobei Gerüche wahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielen. Offensichtlich gebe es auch da einen Selektionsvorteil.

Aus früheren Studien weiß man, dass die Prachtbarsche bei der Brutpflege nämlich umso besser kooperieren, je näher sie miteinander verwandt sind. Die Weibchen suchten also gezielt einen Partner, der ihnen in der sensiblen Phase der Brutaufzucht optimal zur Seite stehe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)