20. April 2012 06:25 Uhr

Historische Tsunamis in Griechenlands Norden gefunden - Gefahr bisher unterschätzt

Ein Schriftstück des griechischen Gelehrten Herodot hat Anlass für eine wissenschaftliche Studie gegeben. Herodot hatte darin beschrieben, wie 479 vor Christus mächtige Wellen hunderte Perser nach dem Angriff auf den Ort Potidaea im Norden Griechenlands mitrissen. Der Geologe Klaus Reicherter von der RWTH Aachen ging diesem Hinweis auf einen historischen Tsunami nach. Sein Team suchte in Lagunen der Region nach typischen Ablagerungen wie Sanden oder Kiesen aus dem Meer und wurde fündig. Laut Reicherter gab es im Norden Griechenlands in den letzten 5.000 Jahren immer wieder Tsunamis. Es könnten drei bis fünf Meter hohe Wellen auf die Küste schlagen. Die Tsunami-Gefahr für die Region sei bisher unterschätzt worden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)