20. April 2012 18:01 Uhr

Schädelknochen untersucht: Tuberkulose gibt es schon viel länger als bisher angenommen

Was macht eigentlich ein Paläopathologe?

Er sucht zum Beispiel nach Spuren von Tuberkulose in Knochenfunden - denn ihn beschäftigt die Entwicklung von Krankheiten in der Menschheitsgeschichte.

Und da muss möglicherweise jetzt etwas umgeschrieben werden. Forscher der Universität Göttingen melden, dass sie Hinweise auf Tuberkulose-Erkrankung an einem 500.000 Jahre alten Schädelknochen gefunden haben. Eigentlich war man der Ansicht, dass die ersten Tuberkulose-Fälle erst vor rund 1000 Jahren aufgetreten sind.

Die Forscher entdeckten nach eigenen Angaben auf der Innenseite des Schädelfragments Grübchen und Einkerbungen, die typisch für eine Hirnhautentzündung infolge einer Tuberkuloseinfektion seien. Bisher konnten die Forscher allerdings nur einen Gipsabdruck des Originals untersuchen, das sich in der Türkei befindet. Dort wollen die Wissenschaftler im Sommer weitere Untersuchungen machen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)