23. April 2012 07:27 Uhr

Klebrigkeit macht MRSA-Keim vermutlich so erfolgreich

Was macht manche Krankenhauskeime so gefährlich für den Menschen? Diese Frage hat sich ein Forscherteam unter der Leitung der Fudan Universität in Shanghai gestellt. Die Antwort könnte ihrer Ansicht nach ein einzelnes Gen liefern. Die Wissenschaftler haben mehr als 800 Proben des bekannten MRSA-Keims im Osten Chinas untersucht. Dabei zeigte sich im Verlauf der Jahre, dass immer mehr Bakterien das Gen namens sasX besaßen.

Die Forscher schreiben im Fachmagazin "Nature Medicine", das Gen helfe den Keimen, sich besser an die Nasenschleimhaut anzuheften und die Lunge zu besiedeln. Zudem könnten sie damit leichter zu größeren Verbänden zusammenkleben und so dem Immunsystem trotzen. Den Forschern zufolge werden Bakterien mit dem Gen ihren Siegeszug auch außerhalb von Asien fortsetzen. Es müssten daher dringend passende Medikamente entwickelt werden.

MRSA ist die gefährliche Variante eines Hautbakteriums, gegen das gängige Antibiotika nichts ausrichten können. Besonders in Krankenhäusern rufen die Keime oft schwere Infektionen hervor, an der allein in Deutschland schätzungsweise mehrere tausend Menschen im Jahr sterben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)