23. April 2012 13:23 Uhr
Der Name ist Programm.
Die radikal-islamische Sekte Boko Haram heißt übersetzt "Westliche Bildung verboten". Im Norden Nigerias brennt sie nach Angaben des Informationsdienstes der Vereinten Nationen staatliche Schulen nieder.
Allein in diesem Jahr wurden in der Stadt Maiduguri 14 Schulgebäude zerstört. Und die Taktik scheint aufzugehen: Für 7.000 Mädchen und Jungen fällt der Unterricht aus. Lehrer und Hilfsorganisationen können Eltern kaum noch dazu bringen, ihre Kinder weiterhin auf eine staatliche, westlich orientierte Schule zu schicken.
Islamische Schulen sind von den Anschlägen verschont geblieben. Sie unterstehen nicht der staatlichen Schulaufsicht. Ihre Absolventen, die bis zu zehn Jahre lang ausschließlich Koranunterricht erhalten haben, besitzen jedoch keinerlei berufliche Qualifikation. Der Bildungsminister der Region warnte, dass diese Schulabschlüsse nicht ausreichen würden, später eine Anstellung zu finden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)