23. April 2012 16:26 Uhr
Die evangelische Kirche in Sachsen hat sich doch noch auf einen Kompromiss geeinigt. Unter bestimmten Bedingungen dürfen ab Juli homosexuelle Paare in den sächsischen Pfarrhäusern zusammenleben. Das war zwar schon im Januar von der Kirchenleitung beschlossen worden, hatte aber zu heftigem Widerstand geführt. Nun hat die Synode einen neuen Paragrafen in das Gesetz einsetzt, der die Gegner offenbar milde gestimmt hat. In dem Passus wird das Leitbild der heterosexuellen Ehe und Familie hervorgehoben.
Der Synodal-Präsident der sächsischen Landeskirche, Otto Guse kommentierte, die drohende Spaltung der Kirche sei verhindert worden. Der sächsische Schwulenverband hingegen spricht von einem "faulen Kompromiss", weil homosexuelle Pfarrer von der Zustimmung des jeweiligen Gemeindevorstandes abhängig seien. Gerade im ländlichen Bereich könne der Beschluss deswegen in der Praxis scheitern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)