24. April 2012 07:31 Uhr
Wenn es etwas umsonst gibt, greift jeder zu. Stimmt nicht, sagt jetzt ein Forscherteam unter der Leitung der Universität von Kalifornien in La Jolla. Im Fachmagazin "PNAS" berichten sie von einem Experiment in einem Vergnügungspark. Dort verkauften die Forscher Besuchern ein Foto von deren Achterbahnfahrt. Den Preis durften diese selbst bestimmen. Das erst einmal nicht überraschende Ergebnis: Wurde den Käufern gesagt, dass ein Teil des Geldes wohltätigen Zwecken diene, waren sie bereit, einen fünfmal höheren Preis zu zahlen.
Es gab aber auch ein unerwartetes Ergebnis: Die Besucher kauften dann auch insgesamt seltener Bilder. Die Vermutung der Studienautoren: Wer grundsätzlich wenig Geld ausgeben will, kauft lieber gar nicht, als zu wenig für ein gutes Produkt zu zahlen. Auch wenn die Besucher das Foto für wenige Cents hätten haben können, verzichteten sie lieber darauf, um nicht schlecht dazustehen. Eine Mischung aus Selbstachtung und Moral also.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)