25. April 2012 10:51 Uhr

Syrischer Philosoph al-Azm: Haltung des Westens ist "abstoßend und heuchlerisch"

Hat Syriens Präsident Baschar al-Assad von der UNO eine Lizenz zum Töten seines Volkes bekommen?

Diesen Vorwurf erhebt der syrische Philosoph Sadik al-Azm in der "Frankfurter Rundschau". Er bezieht sich auf den Waffenstillstand, der kürzlich mit dem Regime in Damaskus ausgehandelt wurde. Bis zum Inkrafttreten galt eine 48-Stunden-Frist. Damit, so der syrische Philosoph, habe der UNO-Sondergesandte Kofi Annan Präsident Assad in vollem Bewusstsein Zeit gegeben, noch mehr Menschen zu töten und noch mehr Häuser zu bombardieren. Das sei eine abstoßende Haltung. Außerdem wirft der Philosoph dem Westen Heuchelei vor. Die Behauptung, man könne der Opposition in Syrien schlecht helfen, weil sie so zersplittert sei, bezeichnet er als Ausrede. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg.

Sadik al-Azm war früher Professor an der Universität von Damaskus. Später lehrte er als Philosoph in Hamburg und Berlin. Heute ist er an einem wissenschaftlichen Institut in Bonn tätig.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)