26. April 2012 13:24 Uhr
Das Schlagwort "Posttraumatische Belastungsstörungen" begegnet uns häufig im Zusammenhang mit Soldaten aus Kriegsgebieten. Doch unter der psychischen Erkankung können auch Kinder leiden. Der Jugendpsychotherapeut Friedrich Gocht meint sogar, sie seien für solche Störungen viel anfälliger als Erwachsene. Er sagte hier bei DRadio Wissen, bei Kindern genügten häufig schon Erlebnisse, die aus Erwachsenensicht relativ unerheblich seien - zum Beispiel ein gerade noch vermiedener Autounfall oder ein Sturz. Wegen dieser höheren "Vulnerabilität", wie Gocht es nennt, müssten die Kleinen auch häufiger und schneller behandelt werden.
Als Therapieform schlägt er vor, sich mit der Angst auseinanderzusetzen. Bei schlimmen Ereignissen wie etwa einem Amoklauf an der Schule könne es helfen, mit einem Therapeuten an den Ort des Geschehens zurückzukehren. Damit löse sich das Erlebte aus der Gegenwart und werde Teil der Vergangenheit.
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Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)