27. April 2012 10:22 Uhr
Die Labormäuse bewegten sich zwanghaft und beachteten ihre Artgenossen kaum - doch sie konnten offenbar geheilt werden. Forscher haben einen Wirkstoff entdeckt, der bei Mäusen typische Symptome des Autismus rückgängig machen kann. Die US-Wissenschaftler des "National Institute of Mental Health" berichten in einem Fachmagazin ("Science Translational Medicine"), wie sie den Tieren eine Substanz namens GRN-529 ins Gehirn injizierten. Schon nach einmaliger Gabe seien so Verhaltensstörungen wie stereotyp wiederholte Bewegungen aufgehoben worden. Die Tiere seien zudem sozialer geworden und zeigten mehr Interesse für andere Mäuse.
Das Mittel wirke auf bestimmte Andockstellen des Hirnbotenstoffs Glutamat. Inwieweit es auch beim Menschen autistische Symptome lindern könnte, ist noch unklar. Bisher sind Verhaltenstherapien die einzige Behandlungsmöglichkeit. Das "Massachusetts Institute of Technology" in Cambridge hatte zudem Anfang April erklärt, die genetischen Ursachen der Krankheit seien weit komplexer als bisher angenommen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)