30. April 2012 10:22 Uhr
Bislang läuft es vor allem so: Reiche Länder denken sich etwas aus und exportieren ihre Idee - auch in ärmere Länder. Der Innovationsforscher Vijay Govindarajan von der Tuck-Wirtschaftsuniversität im US-Bundesstaat New Hampshire prognostiziert, dass sich dieser Prozess derzeit umkehrt. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er, Innovationen entstünden zunehmend in armen Ländern. Es sei daher wichtig für große Konzerne, sich auf die Probleme der Kunden dort zu konzentrieren. Als Beispiel nennt der Wissenschaftler die Entwicklung von medizinischer Apparatur. Ein Ultraschallgerät aus den USA koste etwa 250.000 US-Dollar, eins aus China nur 15.000. Das chinesische Produkt könne sich deshalb weltweit eher etablieren. Weiteres Beispiel für diese "umgekehrte Innovation" sei die Behandlung von Aids-Patienten durch eine Nichtregierungsorgansation. Die habe ihre Methode erst in Ruanda eingesetzt und später auch in den USA.
Govindarajan sieht auch Yoga als Exportschlager eines armen Landes. Dieses indische Konzept sei mittlerweile eine große Einnahmequelle geworden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)