30. April 2012 14:29 Uhr
Darf und sollte man die eigene Geschichte aufarbeiten, auch wenn dadurch geheime Informationen aufgedeckt werden? Diese Frage wird zur Zeit in Schweden diskutiert - im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen dem schwedischen Nachrichtendienst und der Stasi. Hintergrund ist das Buch einer Professorin über schwedische Spione, das im vergangenen Herbst erschienen ist. Dafür durfte Birgitta Almgren in den Archiven der Sicherheitspolizei recherchieren. Im Gegenzug sollte sie allerdings in ihrem Buch keine Hinweise auf die wahre Identität der genannten Personen geben. Dennoch gelang es einer Zeitung, einen der mutmaßlichen Spione zu enttarnen. Deshalb wurde Almgren nun von der Polizei verhört. Ob Anklage wegen Geheimnisverrats erhoben wird, ist noch nicht entschieden. Der Schriftsteller Ola Larsmo schreibt dazu in der Zeitung "Dagens Nyheter", eine Anklage wäre ein falsches Signal - nämlich, dass Forschung zur schwedisch-deutschen Geschichte hart bestraft werden könne. Dadurch würde eine seriöse Aufarbeitung blockiert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)